Grönländische Eismeergarnelen

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Es ist ein skurriler, fast unwirklich schöner Anblick, der sich uns auf dem Weg zum kleinen Fischereihafen von Ilulissat bietet: Holzhäuser, die wie bunte Legosteine an der mit Moos und Flechten bewachsenen Felsküste kleben, im Schatten mächtiger, im türkisfarbenen Wasser Diamanten gleich funkelnder Eisberge. Die abgegletscherten Eisberge des Sermeq Kujalleq-Gletschers, die sich nur wenige Kilometer entfernt in die Diskobucht ergießen und gemächlich an Ilulissat vorbei in die Baffin Bay treiben, haben dem Ort an Grönlands Westküste seinen Namen gegeben: In Kalaallisut, der grönländischen Amtssprache, bedeutet Illulissat “Eisberge”.Seit Hunderten von Jahren leben die fast ausschließlich dem indigenen Stamm der Inuit angehörenden Bewohner von Ilulissat, das 1741 von Jacob Severin unter dem dänischen Namen Jacobshavn gegründet wurde, von der Jagd und vom Fischfang. Alles Leben hier, so scheint es, kommt vom Fisch, der sich in den eiskalten, kristallklaren Gewässern der Diskobucht besonders zahlreich tummelt. Zu verdanken ist dieser Reichtum dem stetig kalbenden Gletscher, der das salzige Meerwasser mit Süßwasser und mineralstoffreichem Abrieb von Felsen und Gestein anreichert, was wiederum das Wachstum von Unterwasserorganismen und Plankton begünstigt. Es ist ein unberührter, enorm fruchtbarer Lebensraum für Wale und Robben, für Heilbutt, Dorsch, Krabben – und Eismeergarnelen, die hier in Tiefen von 20 bis 1.400 Metern leben und aufgrund ihres zarten, süßlichen Aromas und der festen, saftigen Konsistenz ihres Fleisches weltweit als Delikatesse geschätzt werden.  


Die Männer mit den wettergegerbten Gesichtern und den rauen Händen, die diese Delikatesse für Transgourmet Vonatur und im Auftrag des zu 100 % in grönländischem Staatsbesitz befindlichen Unternehmens Royal Greenland aus dem Dunkel der See ans Tageslicht holen, haben einen gefährlichen Job. Dennoch: die Mitglieder der kleinen Mannschaft, die wir im Hafen angekommen auf ihrem Fangschiff begrüßen, sind mit Leib und Seele Eismeerfischer. Echte Seemänner, die den rauen Elementen trotzen und das Wissen vieler Fischer-Generationen in sich tragen.An den blau schimmernden Riesen vorbei fahren wir hinaus aufs offene Meer. Die Fangsaison für die grönländischen Eismeergarnelen aus der Diskobucht beschränkt sich auf die Zeit von Mai bis Oktober, danach friert das Salzwasser zu Meereis, und die Bucht wird zu einer weißen Wüste, in der das Thermometer schon mal auf -45 °C sinkt. Aber auch im arktischen Sommer steigen die Außentemperaturen selten über 20 °C, die Wassertemperatur niemals über 7 °C. Anders als Warmwassergarnelen, die bereits nach 6 Monaten voll ausgewachsen sind, benötigen Eismeergarnelen aufgrund der geringen Wassertemperaturen mindestens sechs Jahre zum Erreichen ihrer durchschnittlichen Fanggröße und 8-10 Zentimetern. 


In den küstennahen Fanggründen angekommen, erklärt uns der Kapitän mehr über die angewendete Fangmethode. Zum Fang wird ein spezielles Schleppnetz verwendet, das vom Boot knapp über dem Meeresboden durchs Wasser gezogen wird. Um den Anteil an Beifang auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und die empfindliche Fauna und Flora des Diskobucht nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, sind die Netze mit Trenngittern und Fluchtfenstern ausgestattet, durch die größere Fische und andere Tierarten aus den Netzen wieder zurück ins Meer gelangen können. Nach dem Fang werden die Garnelen an Bord sofort auf Eis gelegt und frisch in die Royal Greenland Verarbeitungsanlage im Hafen von Ilulissat gebracht. Dorthin zurück machen wir uns mit einem gut gefüllten Frachtraum im Licht der schwächer werdenden Nachmittagssonne auf.Im Werk des Unternehmens, das grönlandweit tausenden Fischern ihren Fang abnimmt und auch in Ilulissat der wichtigste Arbeitgeber ist – alleine im Werk beschäftigt Royal Greenland in der Hauptsaison bis zu 120 Mitarbeiter – werden die Eismeergarnelen im ersten Schritt einem Qualitätsscheck unterzogen und nach Größe sortiert. Anschließend werden sie gekocht, maschinell geschält und im modernen Single-Frozen-Verfahren einzeln schockgefrostet, was nicht nur exzellente Qualität garantiert, sondern auch eine einfache Portionierung der tiefgefrorenen Schätze ermöglicht.Den Fortbestand dieses Schatzes aus der Diskobucht zu sichern hat für Royal Greenland und die Menschen, die hier leben, oberste Priorität. An einer verantwortungsvollen, nachhaltigen Bewirtschaftung und der strikten Einhaltung der Fangquoten, die eine Voraussetzung für die Vergabe des MSC-Siegels darstellen, führt für sie deshalb kein Weg vorbei. Denn nur so hat die lange Tradition der lokalen Fischergemeinden auf Grönland eine Zukunft. 


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