Freiland Eier aus der Region

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Wie es zur Redewendung „Sich wie ein Ei dem anderen gleichen“ kam, kann sich Franz Breitenfelder beim besten Willen nicht erklären.  „Jedes Ei schaut anders aus, so wie auch jedes Hendl einen anderen Charakter hat!“, sagt Franz bestimmt. Wie zum Beweis schert eine besonders vorwitzige Henne aus der kleinen Hühnerschar aus, steuert auf Franz zu und beginnt an den kleinen Fransen an den Enden seiner Hose zu zupfen. „Siehst, die ist besonders mutig!“  


Der Furchtlosen steht, so wie ihren kaffeebraunen Legehennen-Kolleginnen der Rasse Lohmann Brown auf Franz‘ drei Hektar großem Hof im oststeirischen Staudach ein idyllisches Freiluftparadies zum Scharren, Spazieren und Regenwürmer fangen zur Verfügung.  Streuobstbäume und Holunderstauden spenden Schatten und bieten Schutz vor Habichten, in den zahlreichen Sandmulden lässt es sich vortrefflich buddeln und das Gefieder aufpolieren. Und wenn das Wetter mal nicht mitspielt, können es sich die stolzen Damen in einem Außenscharraum mit Stroheinstreu vor dem Stall gemütlich machen.  


2010 stellte Franz seinen Betrieb von kleinstrukturierter Milchviehhaltung auf die Freilandhühnerhaltung um. Wenn die Hühner 17 Wochen alt sind, stallt Franz sie bei sich ein. Die ersten Eier kann er aber erst rund einen Monat später abnehmen. Die Akklimatisierungszeit ist wichtig, damit sich die Tiere an das Freigehege, den Stall und das Futter – einen Mix aus gentechnikfreiem Donausoja, Raps- und Sonnenblumenschrot –  gewöhnen können. Haben sie sich erstmal eingerichtet, tun sie das, was man von einer Legehenne erwartet: Sie legen (fast) jeden Tag ein Ei.  


Manchmal – und das ist dem Franz gar nicht so recht – tun sie das übrigens nicht in den dafür vorgesehenen Kunstrasennestern, von denen aus die Eier auf ein Förderband rollen und direkt in Franz‘ Kontroll- und Sortierraum landen, wo sie auch mit der hofeigenen Betriebsnummer bedruckt werden. Sondern in einer gut versteckten Ecke des weitläufigen Areals. „Das ist dann jedes Mal wie Ostern, wenn ich die verlegten Eier suchen gehe!“, lacht Franz. Verlegt oder nicht: Am Ende warten alle Eier, die optisch in Ordnung sind, in Franz‘ Kühlraum darauf, ihre Reise ins knapp eine Stunde entfernte Stoob im burgenländischen Bezirk Oberpullendorf anzutreten.  


Dort treffen wir Anton Schlögl und seine Tochter Barbara, die seit 2012 gemeinsam mit ihrem Vater die Geschicke von Schlögl-Ei lenkt. Anton, Spross einer Bauernfamilie aus dem nahen Draßmarkt, erkannte nach seinem Abschluss an der Landwirtschaftsschule schnell, dass eine klassische gemischte Landwirtschaft, wie sie hier früher gang und gäbe war, die Großfamilie zukünftig nicht ernähren können würde – und drängte auf eine Spezialisierung.   


„Es war viel Überzeugungsarbeit nötig, auch innerhalb der Familie“, erzählt er „Weil dass ein Bauer hier in der Gegend plötzlich nur mehr Hendln hält, das war ja fast unvorstellbar!“ Am Ende setzte er sich durch und baute 1973 mit gerade mal 21 Jahren seinen ersten Hühnerstall. „Ich bin jedes Wirtshaus, jede Bäckerei und jedes Kaufhaus bis rauf an den Neusiedlersee abgefahren, um meine Eier unter die Leut zu bringen“, erinnert er sich. Der Erfolg gab ihm Recht. Heute arbeitet Schlögl-Ei mit 80 Bauern aus der Oststeiermark, der Buckligen Welt und dem Voralpen-Gebiet zusammen.  


Rund vier Millionen Eier werden wöchentlich am Produktionsstandort in Stoob angeliefert, einer umfassenden Qualitätskontrolle unterzogen und bei maximal 18 °C kurz gelagert, bevor sie in eine hochmoderne Sortiermaschine dürfen. Die weiß genau, welches Ei von welchem Bauern stammt, sogar der Legetag ist vermerkt. „Im Sinne der Rückverfolgbarkeit ist es wesentlich, dass wir all diese Daten genau erfassen“, sagt Barbara, während wir an der schnaubenden Sortiermaschine vorbei zum „Egg Inspector“ schlendern. Der Videodetektor durchleuchtet jedes einzelne Ei, verschmutzte Eier oder solche mit kleinen, mit bloßem Auge kaum wahrnehmbaren Sprüngen, werden aussortiert. Dann werden die Eier in die richtige Position gedreht („Spitze nach unten, dann ist die Lagerfähigkeit besser“), nach Größen sortiert, verpackt und etikettiert. 


Am Ende des Tages fährt Anton Schlögl mit uns noch einmal rüber zu Franz Breitenfelder, der selbstgemachten Apfelsaft auftischt, während über dem Bergland dunkle Gewitterwolken aufziehen und sich Franz’ Hendln in ihren Wintergarten trollen. Was passiert eigentlich mit den Hühnern, wenn sie keine Eier mehr legen? „Die werden zu Suppenhühnern“, sagt Franz. „In Österreich hat die Suppenhenne ja leider keine so große Bedeutung mehr, was schade ist. Weil das ist wirklich tolles, reifes, gutes Fleisch.“  So ein Huhn, ergänzt Anton Schlögl, sei ein wirklich wertvolles Tier. „Man sollte achtsam mit dem umgehen, was es uns alles gibt.“ 


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